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Wir waren bei Amnesty International Österreich zu Gast und sprachen über das letzte Jahr, neue Herausforderungen und aktuelle Projekte. 

(c) Amnesty International Nina Okoeko, Aurélie Tournan (AI), Petra Pfeller

Wie jedes Jahr haben wir auch heuer Amnesty International Österreich besucht und unsere Spende des letzten Jahres übergeben. Trotz Corona durften wir persönlich ins Büro von AI kommen, wo wir sehr herzlich – aber mit Abstand und unter Einhaltung der derzeitigen Regelungen – empfangen wurden. Christian March und Julia Streimelweger haben uns über aktuelle Projekte informiert, in die Amnesty Österreich derzeit involviert ist. 

Ein großes Thema waren auch hier die Herausforderungen und Veränderungen durch das Virus. Amnesty bietet beispielsweise für Schulen Menschenrechtsbildungsworkshops an, die seit März nicht mehr oder nur sehr eingeschränkt persönlich stattfinden können und daher nun online abgehalten werden. Durch die eingeschränkten persönlichen Kontaktmöglichkeiten mit Schüler*innen und Interessierten wurden einige digitale Tools ausgearbeitet. Auch die Kooperation mit der ARS Electronica zum 50. Jubiläum von Amnesty International Österreich findet nun digital zum Thema Digitalisierung und Menschenrechte statt. Das ist im Hinblick auf aktuelle Debatten rund um Hass im Netz in Österreich sicher ein spannendes und wichtiges Thema. 

Außerdem haben wir von der engen Kooperation zwischen Amnesty und Fridays for Future erfahren. Dabei stellen sich vor allem Fragen rund um klimabedingte Fluchtbewegungen und damit zusammenhängende Verteilungskämpfe und fehlende Alternativen. 

Ein Monitoring-Team von Amnesty International beobachtet und analysiert laufend die menschenrechtlichen Auswirkungen der COVID-19-Maßnahmen der österreichischen Regierung und ist dabei im intensiven Austausch mit Kolleg*innen weltweit sowie mit anderen Organisationen und Expert*innen. 

Der Besuch bei Amnesty International war nicht nur sehr spannend, sondern auch sehr herzlich. Wir haben auch über unsere Herausforderungen gesprochen und haben gute Tipps und viel Zuspruch vom Amnesty Team erhalten. 

Spendenübergabe an Mag.a Natascha Smertnig (li.) und Hon.Prof.Dr. Udo Jesionek (re.) vom Weissen Ring

Der Weisse Ring leistet bereits seit 42 Jahren wichtige Arbeit in der Verbrechensopferhilfe. Mittlerweile ist der Verein eine gesetzlich anerkannte allgemeine Opferunterstüzungseinrichtung, die auf folgenden Säulen aufbaut: Beratung für Verbrechensopfer, psychologische Hilfe und Krisenintervention, Prozessbegleitung und finanzielle Unterstützung. 

Hon.Prof.Dr. Udo Jesionek, der bereits seit der Geburtsstunde dabei und seit 1991 Präsident des Weissen Rings ist, erzählt uns von den Schwierigkeiten, die Opfer von Verbrechen meistern müssen. Nach dem Schock folgt meist Verzweiflung oder auch Scham. Deshalb ist die Beratung beim Weissen Ring anonym und kostenlos. Auch in finanziellen Notsituationen, die durch ein Verbrechen entstehen können, hilft der Weisse Ring. So können beispielsweise Opfer von Taschendiebstahl Einkaufsgutscheine erhalten. Darüber hinaus, so Geschäftsführerin Mag.a Natascha Smertnig, werden in Mordfällen auch Begräbnisse vorfinanziert, um die Hinterbliebenen zu unterstützen. 

Zwei wichtige Säulen sind die psychologische Betreuung und die Prozessbegleitung. Unter den Mitarbeiter*innen, von denen eine große Zahl ehrenamtlich arbeitet, sind viele Psycholog*innen und Anwält*innen, die die Opfer begleiten. Der Weisse Ring und seine Mitarbeiter*innen bieten nach einem Verbrechen einen geschützten Ort, um die Geschehnisse zu verarbeiten. 

Prozessbegleitung bedeutet, dass Termine vor Gericht oder bei der Polizei nicht allein wahrgenommen werden müssen, sondern gemeinsam mit einer*einem Mitarbeiter*in gemacht werden können.

Der Weisse Ring freut sich über unsere Spende, die unmittelbar den Klient*innen zu Gute kommen wird. 

Katharina, Gernot, Jette, Christina (Amnesty International) und Maria (v.l.n.r.) bei der Spendenübergabe von 1813,50 von Books4Life Wien
Katharina, Gernot, Jette, Christina (Amnesty International) und Maria (v.l.n.r.) bei der Spendenübergabe von 1813,50 von Books4Life Wien an Amnesty International

Im letzten Herbst hat sich Amnesty International verstärkt darauf konzentriert, Jugendgruppen in den Bundesländern zu etablieren. Mit Erfolg! Es haben sich Gruppen in Linz, Salzburg und Kärnten gebildet. Ziel ist es, die Menschenrechtsbildung zu stärken, die bislang in den Schulen zu kurz kommt.

„Wir wollen auch unsere Schnell-Petitionen in ländlichen Gebieten etablieren“, erzählt uns unsere Betreuerin Christina Antipa. Die 'urgent actions' sind ein Markenzeichen von Amnesty International, innerhalb von 48 Stunden bekommen Unterstützer Informationen und die Bitte, den betreffenden Appell zu unterschreiben – egal, wo man ist.

Unsere Spende wird für laufende Kampagnen verwendet, wie zum Beispiel #Östergleich. Diese möchte die nationale Menschenrechtsbewegung stärken, denn Menschenrechte gehen alle etwas an. "Dass wir so leben, wie wir leben, ist nicht selbstverständlich. Das gute Leben, das wir führen, geht nur miteinander."